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Rust 1.59 erschienen

Kurz notiert: Rust ist in Version 1.59 erschienen. Die spannendste Neuerung ist hierbei aus meiner Sicht die Unterstützung für Inline-Assembly-Instructions. Dabei lassen sich innerhalb von Rust-Quellcodedateien Assembly-Instructions übergeben, die so in das Kompilat übernommen werden können. Dies ist immer dann nötig, wenn bestimmte Spezialbefehle benötigt werden, welche der Compiler nicht standardmäßig ausgibt.

Manuelle Assembler-Programmierung wird bei den meisten Programmen nicht benötigt. Beispiele sind eher vor allem in der Embedded-Programmierung zu finden, wo meist direkt Interrupts konfiguriert werden, die wiederum in vielen Architekturen über spezielle Operationen eingestellt werden können. Aber auch der Einsatz von SIMD benötigt spezielle Befehle. Dies ist besonders für Bibliotheken hilfreich, die Daten parallel verarbeiten.

Klassischerweise können die Assembler-Module in .S-Dateien geschrieben werden, welche dann, ähnlich wie C-Dateien, zu .o-Objektdateien assembliert resp. übersetzt werden. Verschiedene Objektdateien, welche auch aus unterschiedlichen Programmiersprachen stammen können, lassen sich dann zu einem Programm linken. Die Option von Assembler-Sektionen innerhalb einer höheren Programmiersprache vereinfacht den Umgang allerdings deutlich. So bietet auch GNU GCC für C ein spezielles asm-Keyword an, mit dem direkt Assembler-Befehle übergeben werden können. Mehr Informationen diesbezüglich bietet die GCC-Doku.

Das Rust By Example-Handbuch bietet eine eigenen neue Sektion zur Inline Assembly mit Beispielen an. Es lässt sich erkennen, dass es einige Parallelen zum C-Äquivalent gibt, obgleich die Syntax Unterschiede aufweist. Es ist möglich, ähnlich wie bei format-Strings, Zusatzinformationen zu Variablen und Registern zu übergeben. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass für den asm-Code natürlich keine strenge Typsicherheit gelten kann und der Einsatz nur innerhalb von unsafe-Blöcken möglich ist.

Weitere Änderungen in der neuen Rust-Version beziehen sich auf destructuring assignments und const generics-Standards und Verschachtelungen. Die destructuring assignments können bei der Lesbarkeit helfen, da mehrere Werte auf der rechten Seite mehreren Variablen auf der linken Seite in einem Statement zugewiesen werden können. Ähnliches ist man auch schon im Python mit dem Unpacking gewohnt.

Alles in allem aus meiner Sicht ein sehr spannender Release, der besonders die Entwickler von Bibliotheken freuen wird, da weitere Optimierungsmöglichkeiten komfortabler zur Verfügung stehen.

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