Kurz notiert: Besonders schätze ich an KDE, dass die Konfigurationsoptionen über die Jahre so erhalten geblieben sind. Das betrifft insbesondere die Möglichkeit, die Themes und Panels umfangreich anzupassen. Dadurch konnte man noch lange das Oxygen- und Air-Theme nutzen, das eigentlich zu KDE 4 gehörte.
Trotzdem hat man über die Jahre gespürt, dass die Themes effektiv in die Jahre kamen und einige technische Neuerungen nicht mehr zurückportiert wurden. Während die eckigen unpassenden Hintergründe in den Textfeldern noch verkraftbar waren, wurde Dolphin zunehmend schwieriger zu nutzen und auf der Arbeitsfläche funktionierten auch viele Widgets nicht mehr. Das hat dazu gehört, dass ich teilweise schon begann, auf Breeze umzustellen. Ich habe schon vermutet, dass das Theme über kurz oder lang aus dem Source Tree entfernt wird.
Anfang des Jahres kam dann aber die überraschende Nachricht, dass anlässlich des 30-jährigen KDE-Jubiläums auch die alten Themes restauriert werden sollen.
Das Ergebnis wird nun mit Plasma 6.7 veröffentlicht und wird im verlinkten Blogartikel umfangreich vorgestellt. Ich habe das aktualisierte Theme schon ausprobiert und bin begeistert, dass die alten Themes wieder so gut funktionieren und an die neuen Gegebenheiten angepasst wurden. Auch wurde das Icon-Set überarbeitet. Am Refresh hat sogar der ursprüngliche Oxygen-Entwickler Nuno Pinheiro mitgearbeitet. Aus meiner Sicht ein sehr gelungenes Update.
Warum erwähne ich das? Weil es ein gutes Beispiel dafür ist, dass es auch heute noch Software gibt, die es Nutzern nach Designüberarbeitungen erlaubt, ihre Workflows und optischen Präferenzen beizubehalten. Nicht jeder ist ein Freund der verschiedenen Varianten des Flat Designs und es wird auch einige Befürworter der farbenfrohen Icons geben.
Über Design lässt sich streiten. Aber die Option, eine Auswahl zu geben, erhöht nicht nur die Zugänglichkeit der Systeme (Kontraste, etc.), sondern ermöglicht in meinen Augen auch die Kontinuität, was wiederum eine Wertschätzung der Nutzer darstellt.